Welche Regeln gelten für Zitate?

Zu unterscheiden ist die Zitierform für wörtliche / direkte Zitate von der Vorgabe für nichtwörtliche / indirekte, also sinngemäße bzw. zusammenfassende Referenzierungen.

Wörtliche Zitate sollten nur äußerst selten verwendet werden; eine wissenschaftliche Arbeit ist halt kein Poesie-Album. 

Nur wenn man selbst etwas – mit eigenen Formulierungen zusammenfassend – nicht adäquat einbringen kann, das jemand irgendwo publiziert hatte, greift man zum wörtlichen Zitat, also etwa bei Definitionen oder herauszuhebenden Aussagen.

In allen anderen und somit den meisten Fällen gibt man den Quellentext sinngemäß in indirekter Rede – also im Konjunktiv – wieder, natürlich ohne inhaltlich Relevantes wegzulassen.

Insbesondere bei längeren Passagen ist nur eine knappe und im Umfang auf den Untersuchungskontext passende Zusammenfassung eines Quellentextes möglich, denn ausführliche 1:1-Zitierungen führen zu urheberrechtlichen Debatten und zum Zweifel an hinreichender Eigenständigkeit beim Verfassen der wissenschaftlichen Arbeit. 

Eine solche Zusammenfassung wird ähnlich behandelt und gekennzeichnet wie das Indirekte Zitieren.

Direktes Zitieren

Das direkte Zitat ist die wortwörtliche Übernahme einer Textpassage. Solche Zitate müssen buchstäblich genau sein, auch Fehler des Originals müssen übernommen werden. Eventuelle Auslassungen gegenüber dem Original werden durch eckige Klammern gekennzeichnet „[...]“. Eigene Zusätze im Zitat werden ebenfalls in eckige Klammern gefasst.

Kurze Zitate werden durch Anführungszeichen erkennbar in den eigenen Text eingefügt. Längere wörtliche Zitate – also länger als drei Zeilen – können durch Einrückung optisch hervorgehoben werden.

Direkt im Anschluss an jedes Zitat erfolgt die Quellenangabe in Form des Kurzbelegs.

Beispiel: „Viele Menschen, sogar die meisten, denken, dass im Konfliktfall die Interessen von uns Menschen schwerer wiegen als die von Tieren. Und zwar so viel schwerer, dass gegenüber Tieren fast alles erlaubt scheint.“ (Sezgin 2014: 43)

Übernimmt man nur ein kurzes wörtliches Zitat, kann es auch im eigenen Text eingebaut erscheinen.

Beispiel: Hilal Sezgin unterstreicht, dass den Menschen ihre eigenen Interessen so viel wichtiger sind als die der Tiere, „dass gegenüber Tieren fast alles erlaubt scheint.“ (Sezgin 2014: 43)

Indirektes Zitieren

In indirekter Rede sähe das Zitat ggf. so aus:

Beispiel: Laut Sezgin denken die meisten Menschen, dass ihre eigenen Interessen Priorität hätten vor denen der Tiere, sodass ihnen gegenüber quasi alle Vorgehensweisen erlaubt seien (vgl. Sezgin 2014: 43).

Unterschied zwischen In-Text- und Fußnoten-Referenzierungen

Wenn statt In-Text-Referenzierungen von Fußnoten Gebrauch gemacht wird, gilt derselbe Unterschied:

Im Falle von wörtlichen Zitaten verweist die Fußnote direkt auf die Quelle, im Falle von nichtwörtlichen Zitaten beginnt sie mit Vgl. vor dem Quellenverweis.

Langzitierweisen mit detaillierten Angaben zur Quelle sind nicht mehr zu verwenden – die oben dargestellte Kurzzitierweise (hier: Harvard-Style) ist inzwischen in Fußnoten bzw. im Text üblich.

Quellenangabe

Der vollständige Eintrag zur obigen Referenzierung im Quellenverzeichnis:

Sezgin, Hilal (2014): Artgerecht ist nur die Freiheit. Eine Ethik für Tiere oder Warum wir umdenken müssen. München: Verlag C.H. Beck.

 
 

Unsere Webinare

„Richtig zitieren“

Ein Webinar (Online-Seminar) mit Prof. Dr. Martin Gertler

Er erläutert Ihnen, worauf Sie bei der Quellenwahl und deren Darstellung achten sollten.

Die geltenden Zitierweisen und Darstellungsformen werden anhand von Fallbeispielen und auch von Negativbeispielen vorgestellt.

Insbesondere geht es darum, Plagiate zu vermeiden, die immer wieder – meist sogar unabsichtlich – erzeugt werden.

Es gibt die Möglichkeit zum Live-Chat, zu Fragen an den Prof sowie hilfreiche Tipps – und am Schluss unsere Rubrik „Ihre Fragen – unsere Antworten“.

Dieses Webinar findet in der Regel montags statt!

„Referenzmanager Zotero“

Ein Webinar (Online-Seminar) mit Prof. Dr. Martin Gertler

Er gibt Ihnen wichtige Hinweise zum Einrichten und Verwenden der kostenlosen und international von zahlreichen Forschungseinrichtungen und Hochschulen verwendeten Quellenverwaltungssoftware Zotero.

Die Anwendung wird anhand von typischen Quellenarten (Monographie, Sammelband, Zeitschrift und Onlinequelle) erläutert. Dabei können alle Schritte parallel mitvollzogen werden.

Es gibt die Möglichkeit zum Live-Chat, zu Fragen an den Prof sowie hilfreiche Tipps – und am Schluss unsere Rubrik „Ihre Fragen – unsere Antworten“.

Dieses Webinar findet in der Regel dienstags statt!

„Forschungsfrage“

Ein Webinar (Online-Seminar) mit Prof. Dr. Martin Gertler

Er erläutert Ihnen, worauf Sie bei der Entwicklung und Abarbeitung Ihrer Forschungsfrage achten sollten.

Formulierungen werden anhand von Fallbeispielen und bewusst auch anhand von Negativbeispielen besprochen.

Kernthema des Webinars ist die Frage, wie man seine eigene Forschungsfrage zielführend entwickeln kann.

Es gibt auch hier die Möglichkeit zum Live-Chat sowie zu Fragen an den Prof.

Es erwarten Sie also eine Menge Tipps und am Schluss unsere Rubrik „Ihre Fragen – unsere Antworten“.

Dieses Webinar findet in der Regel mittwochs statt!

„Dimensionen des empirischen Arbeitens“

Ein Webinar (Online-Seminar) mit Prof. Dr. Martin Gertler

Es erwartet Sie in dieser ersten Folge unserer dreiteiligen Empirie-Webinarreihe eine vertiefende Einführung in qualitative und quantitative sozialwissenschaftliche Methoden und in die entsprechenden Forschungsprozesse.

Dieses Webinar findet in der Regel donnerstags statt!

„Definitionen des empirischen Arbeitens“

Ein Webinar (Online-Seminar) mit Prof. Dr. Martin Gertler

In dieser zweiten Folge der dreiteiligen Webinarreihe erhalten Sie eine vertiefende Einführung in die entscheidenden wissenschaftstheoretischen Grundlagen.

Dieses Webinar findet in der Regel freitags statt!

„Mit Hypothesen arbeiten“

In dieser dritten Folge der dreiteiligen Webinarreihe geht es um eine vertiefende Einführung in die Anforderungen für das Erstellen und Verwenden von Hypothesen.

Dieses Webinar findet in der Regel samstags statt!

 
 
 
 

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