Was unterscheidet qualitative und quantitative Methoden?

Bei empirischen Forschungsvorhaben kommen qualitative und quantitative Methoden zum Einsatz.


Merkmale des qualitativen Vorgehens

Durch hermeneutische, aber auch durch narrative und andere Methoden werden Aussagen, Haltungen und Meinungen erfasst, um deren Bedeutungen nutzbar zu machen.

Dies geschieht in der Regel mit geringen Fallzahlen, denn qualitative Interviews beispielsweise, die aus offenen Fragen und somit aus mitunter weit ausholenden Antworten bestehen, holt man dort ein, wo sie aussagekräftig sind; Häufigkeiten gleicher oder ähnlicher Antworten spielen dabei meist nicht die Hauptrolle.

Es handelt sich um ein ähnliches Vorgehen wie mit der wissenschaftlichen Literatur: Man sucht nach Aussagen, die als Argumente nutzbar werden könnten.

Qualitative empirische Erhebungen, wie beispielsweise Interviews, Fallstudien oder Beobachtungen, liefern individuelle Aussagen und Erfahrungen von Menschen, die im Rahmen der wissenschaftlichen Untersuchung befragt oder beobachtet werden. Diese Aussagen werden in der Regel in Form von Transkripten oder Aufzeichnungen dokumentiert und bilden die Grundlage für die qualitative Datenauswertung.

Die Auswertung von qualitativen Daten beinhaltet in der Regel verschiedene Schritte:

  1. Transkription: Die gesammelten Daten werden in eine lesbare Form gebracht und möglichst wörtlich transkribiert.
  2. Codierung: Die transkribierten Daten werden in kleinere Einheiten (z.B. Sätze oder Abschnitte) unterteilt und nach bestimmten Kriterien (z.B. Themen, Konzepte oder Meinungen) codiert.
  3. Analyse: Die codierten Daten werden nach Muster und Themen durchsucht und interpretiert, um die wichtigsten Erkenntnisse und Einsichten zu gewinnen.
  4. Triangulation: Um die Validität der Ergebnisse zu erhöhen, werden die Ergebnisse der qualitativen Analyse möglicherweise mit anderen Datenquellen (z.B. quantitativen Erhebungen oder Dokumenten) verglichen und abgeglichen.

Es gibt verschiedene Ansätze und Techniken für die Auswertung von qualitativen Daten, die von der spezifischen Fragestellung und den Zielen der Untersuchung abhängen. Zu den häufig verwendeten Ansätzen gehören beispielsweise die Inhaltsanalyse, die narrativ-biografische Analyse oder die Grounded Theory.

Die Auswertung von qualitativen Daten ist in der Regel ein iterativer Prozess, bei dem die Daten mehrfach durchgesehen und interpretiert werden, um ein möglichst umfassendes und tiefgründiges Verständnis des untersuchten Phenomenes zu gewinnen. Es ist wichtig, dass die Auswertung transparent und nachvollziehbar dokumentiert wird und dass die Ergebnisse sorgfältig interpretiert und begründet werden.


Merkmale des quantitativen Vorgehens

Durch Erhebungen oder Messungen wird nur das erfasst, was zählbar, messbar bzw. sammelbar ist. Denn hier geht es darum, Daten zu generieren, die statistisch auswertbar sind.

In den Sozialwissenschaften ist die Repräsentativität quantitativer Ergebnisse von Bedeutung; daher wird eine Stichprobe in Bezug zu einer Grundgesamtheit definiert und es werden in der Regel deutlich höhere Fallzahlen für die Untersuchung benötigt als bei der qualitativen Vorgehensweise.

Quantitative Interviews oder Befragungen bestehen nicht aus offenen, sondern aus geschlossenen Fragen: Die Befragten können nur standardisierte Angaben machen.

Quantitative empirische Erhebungen, wie beispielsweise Experimente, Umfragen oder Statistikanalysen, liefern quantifizierbare Ergebnisse, die auf großen Stichproben oder repräsentativen Populationen beruhen. Diese Ergebnisse werden in der Regel in Form von Zahlen oder Statistiken dokumentiert und bilden die Grundlage für die quantitative Datenauswertung.

Die Auswertung von quantitativen Daten beinhaltet in der Regel verschiedene Schritte:

  1. Dateneingabe: Die gesammelten Daten werden in einem geeigneten Datenbank- oder Statistikprogramm eingepflegt und auf Richtigkeit und Vollständigkeit überprüft.
  2. Statistische Tests: Die Daten werden mithilfe von geeigneten statistischen Tests auf signifikante Unterschiede, Korrelationen oder Trends untersucht.
  3. Interpretation: Die Ergebnisse der statistischen Tests werden interpretiert und in den Kontext der Fragestellung und Ziele der Untersuchung gestellt.
  4. Triangulation: Um die Validität der Ergebnisse zu erhöhen, werden die Ergebnisse der quantitativen Analyse möglicherweise mit anderen Datenquellen (z.B. qualitativen Erhebungen oder Dokumenten) verglichen und abgeglichen.

Es gibt verschiedene statistische Tests und Verfahren, die je nach Fragestellung und Art der Daten angewendet werden können. Die Wahl des geeigneten Tests hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie beispielsweise der Verteilung der Daten, der Anzahl der Stichproben oder der Art der abhängigen und unabhängigen Variablen. Es ist auch hier wichtig, dass die Auswertung transparent und nachvollziehbar dokumentiert wird und dass die Ergebnisse sorgfältig interpretiert und begründet werden.

Sinnvoll und durchaus üblich ist es also, hier auch mindestens eine offene Frage anzuhängen, um auf diese Weise - ohne statistische Nutzungsmöglichkeiten - auf andere und neue Aspekte gebracht zu werden, die bei einer strikt geschlossenen Erhebung nicht im Blick wären, vgl. oben unter 4. Triangulation.

Tipp!

Logo: wissenschaftlichesarbeiten.support

Online-Trainingskurs:

Empirisch forschen

Lehrbuchwissen zur empirischen Sozialforschung verstehen und dann zur eigenen Umsetzung weiterführen!

Kursbild

Wer sozialwissenschaftliche empirische Forschungsanteile für seine Untersuchung benötigt, aber dazu keine Kurse an der Hochschule angeboten bekam, verliert meist eine Menge Zeit für Zusatzkurse und Einführungen in methodische Techniken.

Jetzt hilft aber erst einmal eine nachvollziehbare Einführung in die Prinzipien der Empirie und deren Verortung im Forschungsprozess: mit diesem Kurs.

Curriculum

  • Einführung – 3 Lektionen • 10 Min.
  • Grundlegendes für das empirische Arbeiten – 4 Lektionen • 15 Min.
  • Quantitative empirische Sozialforschung – 5 Lektionen • 25 Min.
  • Qualitative empirische Sozialforschung – 3 Lektionen • 15 Min.
  • Was wann und wo...? – 4 Lektionen • 15 Min.
  • Definitionen: Grundlegendes – 2 Lektionen • 6 Min.
  • Definitionen zum quantitativen und qualitativen Forschen – 13 Lektionen • 45 Min.
  • Mit Hypothesen arbeiten: Grundlegendes und Einsatz – 10 Lektionen • 25 Min.
  • Zum Schluss – 1 Lektion • 3 Min.

Kommentare

„Die Forschungsmethoden sind gut zusammengefasst und die externen Links sind für weitere – eigene – Recherchen anregend.“ – „Danke! Der Anfang ist nun gemacht.“ – „Zielsichere Erschließung umfangreicher Studien zu empirischen Forschungsmethoden, die sich zur schnellen Einarbeitung hervorragend eignet.“ – „Sehr hilfreich. Verständlich erklärt. Danke.“ – „Jetzt ist mir die Theorie bekannt.“

Online-Trainingskurs für das Selbststudium


Winterschool-Aktionspreis

unbefristet nutzbar = statt € 29

mit Gutschein-Code 5vm1x nur € 10!