Etwas komplett Neues erarbeiten?

„Grundsätzlich ist es nicht der Anspruch einer Bachelorarbeit, irgendwas komplett Neues unter Berücksichtigung einer Forschungslücke zu bearbeiten. Das wird erst in der Promotion verlangt.“

Diesen Kommentar stellte jemand in einem Forum online. 

Meine Antwort dazu:

Diese Behauptung ist leider unrichtig.

Schließlich muss eine jegliche Abschlussarbeit an Hochschulen eine wissenschaftliche Arbeit sein und das Wesen der Wissenschaft ist es bekanntlich nicht, Aufsätze zu verfassen, sondern etwas Konkretes rein wissenschaftlich zu untersuchen, das auf gleiche Weise bekanntlich noch nicht untersucht worden ist.

Diese Anforderung beginnt somit genau nicht erst bei Dissertationen, auch nicht mit der Bachelorarbeit, sondern schon gleich ab der ersten hochschulischen Hausarbeit!

Damit gilt automatisch, dass immer etwas Neues als Ergebnis generiert werden muss.

Selbstverständlich bestehen genügend Möglichkeiten, in der Praxis etwas noch nicht wissenschaftlich Untersuchtes und vor allem noch nicht Gelöstes zu finden.

Wählen Sie einfach eine konkrete Problemstellung und schon haben Sie eine untersuchbare Forschungslücke!

Etwa mit diesem Beispiel:

„Problem ist, dass es im Kreis Euskirchen noch kein vegan geführtes Altersheim gibt, obgleich die Nachfrage beständig steigt, und dass man noch nicht weiß, welche Marktchancen die Investition in ein solches Heim in jener Region überhaupt haben könnte.“

Ich bin mir sicher, dass es noch keine einzige wissenschaftliche Untersuchung genau dazu gibt – die ließe sich mit Keywords wie #vegan #altersheim #euskirchen #rendite etc. voraussichtlich schnell bei Google Scholar ausfindig machen!

Und ein Hinweis genau auf diese Tatsache, dass es zum konkreten Sachverhalt in Euskirchen noch keine Untersuchung gibt, sodass dazu eine Forschungslücke besteht, gehört unbedingt in die wissenschaftliche Arbeit: zu Beginn des 3. Kapitels (Stand der Forschung).

Andere, nämlich ähnliche aber allgemeinere und weniger eingegrenzte oder auf anderen Umständen basierende Untersuchungen, die es vielleicht schon gibt, füllen diese Forschungslücke logischerweise keineswegs.

Also werden Sie auf jeden Fall etwas komplett Neues untersuchen und damit eine Forschungslücke bearbeiten können. Immer!

Sie dürfen halt keinesfalls der Versuchung erliegen, etwas Allgemeines zusammenschreiben zu wollen „über etwas“ schreiben statt „etwas untersuchen“ zu wollen. Das macht man nur noch in Schulaufsätzen und in manchen journalistischen Beiträgen, nicht aber in wissenschaftlichen Arbeiten.

Tipp!

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