APA? Wissenschaft geht anders.

08. Dez 2022

Die zunehmend wissenschaftsfernen Zitiervorgaben der APA gefährden inzwischen die wissenschaftlichen Abschluss- und Doktorarbeiten derer, die diesen Zitierstil verwenden müssen.

Denn mit immer mehr wissenschaftsfernen Maßgaben verwirrt die „American Psychological Association“ (APA)  inzwischen ihre weltweite Kundschaft. 

Fehlerhaft und zu Plagiaten verleitend

Den aktuellen Vorgaben des APA-Zitierstils kann man inzwischen leider nur noch kopfschüttelnd folgen.

Das erlebt man auch bei Universitäten, die zwar wegen der angeblicher Beliebtheit (??) jenen APA-Vorgaben für das Zitieren von Quellen den Vorzug geben (selbst wenn ihre Fachgebiete gar nicht psychologisch ausgerichtet sind), aber diese Vorgaben nun doch nicht mehr uneingeschränkt akzeptieren können. 

Verlegenheit kommt auf, und dann gibt man halt selbstbewusst statt kleinlaut vor: „APA verwenden, aber...“ (bitte ausnahmsweise nicht in diesem und jenem Punkt)Es bleibt ihnen wohl nichts anderes übrig, wenn sie nicht mehr im Blick haben, dass es parallel uneingeschränkte und seit vielen Jahren richtig gut funktionierende Zitiervorgaben wie die von Harvard gibt – und dass dieser Ausgabestil gerade für die Wirtschaftswissenschaften der geeignete Standard wäre. 

Leider führen die Vorgaben der amerikanischen Psychologen zunehmend zu nicht mehr hinnehmbaren Lücken in den auszugebenden Daten, sodass unsere wissenschaftlichen Qualitätskriterien der Nachvollziehbarkeit und der Überprüfbarkeit dabei nicht mehr hinreichend eingehalten werden können.

APA 7 verursacht drei Fehler in Quellenangaben

Fehlerhafte Kurzbelege und Quellenverzeichnisse durch APA

Die Abbildung zeigt oben eine Textpassage, in der entsprechend den APA-6-Vorgaben bei allen nichtwörtlichen Zitierungen fatalerweise (1.) die Angabe der genauen Seitenzahlen der genutzten Quellen gestrichen wurden.

Wer das von APA übernimmt, strauchelt unweigerlich am pauschalen Plagiatsvorwurf, da seine Texte nicht mehr überprüfbar sowie Plagiate sind.

Und unten ist das zugehörige Quellenverzeichnis gemäß APA 7 abgebildet, in dem sowohl (2.) die unverzichtbaren Ortsangaben zu den Verlagen als auch (3.) die unverzichtbaren Abrufdaten von genutzten Onlinequellen fehlen. 

Wer das von APA übernimmt, gibt ohne Not und vermutlich unwissentlich die Exaktheit auf, die beim wissenschaftlichen Arbeiten unabdingbar ist.

Nicht dargestellt ist in der obigen Abbildung auxch die zunächst noch als Belanglosigkeit hinnehmbare Streichung der international üblichen Zusätze „vgl.“ / „cf.“ in den Kurzbelegen zu den nichtwörtlichen Zitierungen – auch das ist eine unnötige APA-Erfindung. 

Die eigentliche inhaltliche Tiefe dieses Zusatzes „vgl.“ konnte sich den amerikanischen Psychologen wohl schon nicht mehr erschließen angesichts ihrer zunehmenden Orientierung auf ein noch schöneres, schlankeres Schreiben. Dabei ist doch klar: wenn wir nichtwörtlich zitieren, fassen wir mitunter nicht mehr vollumfänglich und ohne eigene Bearbeitungen einen Quellentext zusammen. Womöglich gehen wir gar so vor, dass wir bewusst nur Teile des Originals in unserer Argumentation verarbeiten: die Teile, die wir zu benötigen glauben.

 Daher ist eigentlich ein „vgl.“ / „cf.“ sinnvoll und hilfreich! Denn die Leser mögen doch bitte selbst nachschlagend vergleichen, inwiefern unsere nichtwörtliche Bezugnahme zu jener Quelle hier nützlich oder wirksam oder gar überhaupt valide ist...

Leider kommen inzwischen unbegründete Behauptungen auf die heutigen Studierenden zu, dass „vgl.“ / „cf.“ inzwischen nicht mehr zulässig seien. Wer soll das denn bitte mit welcher Autorität in der Wissenschaft verbieten können...?

Unfokussierter Aktionismus

Die amerikanischen Psychologen haben mit ihrem APA-Styleganz freiwillig  nicht nur einen Zitierstil erschaffen, sondern zugleich eine Designvorgabe für wissenschaftliche Arbeiten in ihrem (!) Fachgebiet. Und diese zielt zunehmend auf Schlankheit, nach dem Motto: weniger ist mehr. Hundert und mehr Seiten beschreiben inzwischen, wie man gemäß den APA-Vorgaben seine wissenschaftlichen Arbeiten gestalten möge.

Allein das wäre nach unseren Maßstäben bereits eine nicht mehr akzeptable Einschränkung der Freiheit der Forschung

Lösungen suchen!

Die einfachste Lösung wäre, dass man sich insbes. in den wirtschaftswissenschaftlich aufgestellten Forschungsgebieten wieder auf den Klassiker der eigenen Zunft besinnt: den bewährten Harvard-Style.

Der ist derweil in manchen Punkten sogar flexibel gestaltbar, also man muss nicht einen Doppelpunkt vor der Angabe der Seitenzahl setzen (so kennt man diesen Zitierstil meist), sondern kann ebenso gut (wie bei APA) mit „S. XX“ bzw. „p. XX“ arbeiten.  

Es geht ja nun wirklich nicht um Schönheitswettbewerbe im wissenschaftlichen Schreiben, sondern um die Vollständigkeit und die Genauigkeit im Umgang mit den Metadaten zu unseren Quellen – um sonst gar nichts.

Wer sich aber genötigt sieht, mit APA zu arbeiten, weil ihn sein Verlag oder seine Hochschule dazu „zwingen“, der mag gern mit unserem „APA-Hack“ einen leicht umsetzbaren Ausweg finden, wie wir ihn in unserem nachstehend verlinkten Video-Tutorial 13 gut umsetzbar beschrieben haben.

So geht's

Die Lösungsmöglichkeit, hier kurz gefasst:

Nicht APA 7, sondern weiterhin allenfalls APA 6 verwenden, und zwar durch die notwendigen Angaben selbst ergänzt, somit von den fehlerhaften Vorgaben seit 2009 abweichend!

So können – optimalerweise im Zusammenwirken mit einem Quellenverwaltungsprogramm wie Zotero – zur Sicherstellung der Überprüfbarkeit Ihrer Quellenangaben  weiterhin

  1. die Seitenzahlen zu allen zitierten Textstellen,
  2. die Ortsangaben der Verlage und
  3. die Abrufdaten zu Onlinequellen ausgegeben werden.

Auf diese Weise sollte Ihr Hochschulabschluss zumindest nicht mehr wegen des Plagiatsverdachts durch unsauberes Zitieren wegen APA gefährdet sein.